Ein kleiner Rückblick in die Geschichte der Rüstungsprodution in Kassel.

Von 1810 bis zum Jahre 1958 prägte die Rüstungs- und Lokomotivenfirma Henschel und Sohn die Stadt Kassel und bestimmte dementsprechend auch wieviele und welche Rüstungsprodukte dort hergestellt wurden. In den Jahren zwischen 1958 und 1995 wurde die Firma Henschel in Teilstücken verkauft. Und diese Teilstücke wechselten wiederum nochmal recht häufig den Besitzer. Heute erinnern praktisch nur noch Straßennamen an die Zeit vor 1958.

Hier eine Übersicht der Standorte der Firma Henschel (zum Stand ca. 1942):

henschel standorte

An sich war es verboten zu fotografieren. Dennoch gibt es dieses Foto vom Henschel-Standort „Mittelfeld“ am 7. Oktober 1944:

Detail Werkshalle 7_10_44

Hier ein Detail, bei dem nicht geklärt ist, ob es den Flugplatz Kassel-Waldau oder das direkt anschließende Fieseler-Werk abbildet (Datum etwa 1942) :

FlugplatzoderFieseler

Während des Zweiten Weltkrieges gab es in Kassel 21 Rüstungsbetriebe. Trotz ernster Bombenschäden lief die Produktion noch 1942 auf Hochtouren. Auch die zunehmenden Angriffe in den letzten drei Kriegsjahren haben die Produktion nie ganz stillgelegt. Ein Grund unter mehreren dafür war, dass sich die britischen Bombenabwürfe mehr und mehr auf die Wohngebiete konzentriert haben.

In der Vergangenheit prägte über 150 Jahre lang die Firma Henschel mit ihrer Rüstungsproduktion die Kasseler Lokalgeschichte. In den Jahren 1942 bis 44 veranlasste diese systemrelevante Rüstungsproduktion in Kassel die Alliierten zu massiven Bombenangriffen. Hier sieht man, wie der Henschel-Standort „Mittelfeld“ am 7. Oktober 1944 aussah:

Luftfoo nach dem Bombenabwurf 7. Okt.1944

Buchführung über die Zerstörung innerhalb der us-amerikanischen und britischen Luftwaffe. Man sieht, dass ‚Fieseler‘ (Flugzeuge), ‚Henschel‘ (Panzer) und die Altenbaunaer Flugmotorenfabrik von Henschel gesuchte Ziele der US-Airforce waren:

 eine Statistik der Bombenabwürfe

Einen kleinen Eindruck von der militarisierten Pädagogik der vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts bekommt man beim Lesen der

Tigerfibel

Sie richtet sich an, wie sie schreibt, „Zugführer und Tigerleute“. Herausgegeben wurde das Heftchen am 1. 8. 1943 vom Generalinspekteur der Panzertruppen.
Aha ! Krieg ist hauptsächlich Spiel, Spaß und Abenteuer.

tigerfibel_1 August 1943

tigerfibel 2_aug_1943

tigerfibel_3_aug_1943

Klebezettel des „Internationalen sozialistischen Kampfbundes“ aus den Jahren 1944/45. Die Zettel wurden u.a. in Kasseler Telefonzellen in die Telefonbücher gelegt. (Privatarchiv Max Mayr)

Klebezette ISK 1

Klebezettel ISK 2